Rehau – Chill-Ecke, bunte Fenster und Säulen,
farbenfrohe Lampe und endlich Ersatz für die „doofe“ Uhr:
Wenn’s um ihre Pausenhalle geht, haben die Rehauer Gutenbergschüler
viele tolle Ideen. Seit gestern werden genau diese Vorschläge
umgesetzt – über die „Aktion Schulstreich“ des Kinder-Kanals,
besser bekannt als Ki.Ka.
Als die acht Fernsehleute um Produzentin Lissy
Kronzucker gestern früh die Gutenbergschule betraten, waren 21 Schüler,
ein bunter Mix aus der fünften bis neunten Klasse, schon Feuer und
Flamme. Gut zwei Wochen vorher waren sie erfolgreich aus einem Casting
hervorgegangen, für das die Produzentin aus Bamberg eigens nach
Rehau gereist war.
„Nach dem Casting war aber immer noch nicht
bekannt, ob die Aktion nun bei uns über die Bühne geht oder
nicht“, erzählt Lehrerin Eva Graf. Gemeinsam mit Kollegin Regina
Ebneth, Rektor Günther Hohenberger und freilich den 21 gecasteten Schülern
hat sie ein Bewerbungsvideo erstellt, dass Lissy Kronzucker schließlich
überzeugte: „Ich habe mir zusätzlich den Internetauftritt der
Schule angeschaut und muss sagen: eine offene, aufgeschlossene
Einrichtung mit vielen kreativen Ideen!"
Ideen ja, „da haben wir viele“, sagt
Hohenberger. Da deren Umsetzung aber Geld koste, habe man „viele
offene Baustellen“. Eine davon sei die Pausenhalle – ein zentraler
Ort für die rund 560 Schüler. Ein Ort zum Quatschen, Entspannen, zum
Lernen und zum Frühstücken. Denn auch eine kleine Pausenversorgung
ist integriert. Leider ist das alles in kühlem Weiß gehalten, Bänke
stehen nur entlang der Wände, dazwischen zahlreiche Mülleimer und in
der Mitte: gähnende Leere.
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„Hier
muss was getan werden“, war sich gestern auch Andreas Bartsch, im
Ki.Ka. besser bekannt als „Andy“, nach einem ersten Blick in die
triste Halle sicher. Der Raumdesigner hat über die Aktion bereits 14
bayerische Schulen „aufgepeppt“, die Rehauer Gutenbergschule ist
das 15. Projekt. Ein Budget von 3000 Euro haben die Fernsehleute pro
Schule im Gepäck – Geld, mit dem laut Lissy Kronzucker zwar keine
baulichen Veränderungen vorgenommen werden dürfen, gestalterisch
dafür umso mehr. Was genau getan wird, bleibt bis zur großen
Hallen-Übergabe am morgigen Donnerstag freilich streng geheim.
Bis dahin legen Andy Bartsch und die 21
Casting-Schüler,
die dafür vom Unterricht befreit wurden, in der Pausenhalle fleißig
Hand an. Moderiert wird die Sendung übrigens von Karen Markwardt. Sie
ist während der drei Drehtage (die im Fernsehen übrigens als einer
„verkauft“ werden) mit vier Schülern – Patrick, Jonas, Janine
und Kathleen – bei der Rehau AG und der Firma Stema zugange. Dort müssen
sich die Fünf eine Zusatzüberraschung im Wert von 150 €
"erarbeiten".
Hart erarbeitet, das wissen die Castingstars der
Gutenbergschule und ihr Rektor seit gestern nur allzu gut, ist beim
Fernsehen jede Minute eines Betrags. Zehn Mal hintereinander wurde
gestern die „erste“ Begegnung zwischen Andy und Karen und den Schülern
gedreht. Erst dann hatte die Produzentin nichts mehr zu meckern.
Im Fernsehen wird sich der größte Wunsch der Schüler
anhören, als wäre er ihnen spontan eingefallen: Die Halle soll im
Pop-Art-Stil erstrahlen. In Wirklichkeit steckt hinter jeder
Filmminute harte Arbeit.
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21
Gutenbergschüler haben beim Casting überzeugt und sind seit gestern
handwerklich aktiv. Die Breakdancer Jonas Graf, Patrick Opitz (vorn
von links), Orkun Gündüz und Drek Hauenstein (dahinter) haben mit
einer flotten Einlage maßgeblich zum Bewerbungsvideo beigetragen.
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