Schüler arbeiteten mit großem Eifer an einem
klassen- und fächerübergreifenden Projekt
Die
Stadt Rehau wird bald um zwei „Kunst-Stücke“ reicher sein: Im Pausenhof
der Gutenbergschule werden zwei Plastiken stehen – aus Kunststoff. Eine
neunköpfige Jury mit Professor Eugen Gomringer und Bürgermeister Edgar
Pöpel an der Spitze wählten nun aus elf gelungenen Schülerentwürfen die
zwei Objekte aus, die schlussendlich aufgestellt werden.
„Kunst aus Kunststoff – wir verschönern unseren Pausenhof.“ So hieß das
Projekt, das im vergangen Herbst an der Gutenberg-Schule gestartet
wurde. Die Idee dazu kam von Schulleiter Günter Hohenberger. Bei
Schülern und Lehrern stieß er damit auf offene Ohren und fleißige
Hände. „Es wurde daraus ein klassen- und fächerübergreifendes Projekt“,
erklärte Lehrerin Sigrid Brinke.
Mädchen und Jungen aus den Klassen sechs bis neun machten sich in den
Fächern Kunst und Gewerblich Technischer Bereich sowie in der
Arbeitsgemeinschaft Gestalten ans Werk. Neben Sigrid Brinke wirkten von
den Lehrern noch maßgeblich Eva Graf, Gerhard Körber und Sven
Ruckdeschel bei dieser Aktion mit.
Um erst einmal mit dem Werkstoff „Kunststoff“ vertraut zu werden,
fertigten die Schüler mit Messer und Säge zunächst Mini-Modelle an.
Später wurden die Entwürfe größer. Zu beachten galt dabei stets
folgendes: Quader, Prismen oder Pyramiden werden durch Abschneiden und
Heraussägen in ihrer Form verändert.
Die abgetrennten Teile werden an anderer Stelle des Objektes angefügt,
sodass unter Wahrung des Gesamtvolumens ein proportional-stimmiges,
neues Objekt entsteht „Das ist bei allen Entwürfen zu einhundert
Prozent der Fall“, erläuterte Rektor Hohenberger der neunköpfigen Jury,
der neben Bürgermeister Edgar Pöpel und Professor Eugen Gomringer noch
Andrea Schmidt von der Werbeabteilung der REHAU AG und
Elterbeiratsvorsitzende Martina Gerspitzer sowie die Schülerinnen Julia
Weismantel, Lisa-Maria Matysiak und Mareike Frank und die Lehrerinnen
Sigrid Brinke und Eva Graf angehörten.
„Wir wollen, dass sich die Betrachter mit den Objekten auseinander
setzen und darüber nachdenken“, so beschrieben die Schülerinnen
Franziska Bauer, Jennifer Eholzer und Sandra Engel ihre Intention mit
den Kunst-Stücken aus Kunststoff. Ferner sagten sie, dass die
Farbgestaltung dem Betrachter helfen soll, um zu erkennen, wo die
Teilkörper ursprünglich hingehörten.
Bis die Modelle bunt waren, verging einige Zeit. Erst einmal wurden die
größeren Plastiken, die nun der Jury vorgestellt wurden, hergestellt.
Nachdem die Schüler der neunten Klassen zusammen mit Lehrer Gerhard
Körber die Plastiken im Fach Gewerblich-Technischer Bereich
„verputzen“, nahmen sich vornehmlich Mädchen und Jungen der achten
Klasse der farblichen Gestaltung an. Wertvolle Tipps holten sie sich
dabei bei Professor Eugen Gomringer im Kunsthaus.
Bevor die Jury zur Auswahl trat, ging Schulleiter Günther Hohenberger
noch einmal auf das eigentliche Anliegen bei diesem Projekt ein.
„Pädagogisch ausgerichtetes Schulleben bedeutet auch gemeinsam an einer
ästhetisch orientierten Gestaltung des Lebensraumes Schule
mitzuwirken“, sagte der Rektor. Dies sei bereits durch die Entwürfe
geschehen und werde dann durch die Umsetzung von Schülerarbeitsgruppen
und Lehrkräften fortgesetzt. Und weiter: “Rehau als die Stadt der Kunst
und des Kunststoffes ist uns Verpflichtung, sowohl hinsichtlich der
Auswahl des Materials als auch bei der ästhetischen Aufgabe.“
Die Zeit für ein Kunstprojekt aus Kunststoff sei in Rehau reif gewesen
meinte der Bürgermeister Edgar Pöpel. Er freute sich, dass einmal mehr
Kunst in die Stadt komme. Er dankte dann Schülern und Lehrkräften
dafür, dass sie sich dafür engagieren, um den Pausenhof zu gestalten,
zu schmücken und schließlich der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „
Ich bin mir sicher, dass wir bei der Auswahl der Objekte eine gute
Entscheidung treffen werden.“
Und diese fiel dann ziemlich eindeutig aus. Die meisten Steine – jedes
Jurymitglied durfte zwei Steinchen vergeben – bekam zum einen ein
Modell, das mehr in die Breite geht, zum anderen eine Plastik, die in
die Höhe ragt. „Ich kann mir schon jetzt gut vorstellen, wie diese
beiden Objekte miteinander korrespondieren“, freut sich Hohenberger
über die getroffene Auswahl. Die eine Plastik wird etwa 1,90 Meter groß
werden, die andere 2,40 Meter. „Aber vielleicht gehen wir da ja noch
bis zu drei Meter“, sagte Hohenberger.
Bevor die Sieger-Plastiken im Pausenhof im Rasenbereich auf extra
verlegtem Granitpflaster aufgestellt werden, will man erst noch einmal
genau testen, wie und wo die Skulpturen am besten wirken. Professor
Eugen Gomringer machte mehrfach darauf aufmerksam, dass der Blickwinkel
die Proportionen und der Standort bei Skulpturen von großer Bedeutung
seien.
Alle waren sich am Ende aber darüber einig, dass die beiden Objekte
eine Bereicherung für den Pausenhof sein werden. „Wir können stolz auf
unsere Schule sein“, sagte abschließend Rektor Hohenberger. Beeindruckt
war auch Bürgermeister Pöpel, der spontan erklärte, dass die Stadt die
Materialkosten, die etwa bei 500 Euro liegen, übernehmen werde. Darüber
hinaus will man beim Aufstellen behilflich sein.