20.04.05
Kunst aus Kunststoff für den Pausenhof

Schüler arbeiteten mit großem Eifer an einem klassen- und fächerübergreifenden Projekt 
Die Stadt Rehau wird bald um zwei „Kunst-Stücke“ reicher sein: Im Pausenhof der Gutenbergschule werden zwei Plastiken stehen – aus Kunststoff. Eine neunköpfige Jury mit Professor Eugen Gomringer und Bürgermeister Edgar Pöpel an der Spitze wählten nun aus elf gelungenen Schülerentwürfen die zwei Objekte aus, die schlussendlich aufgestellt werden.


„Kunst aus Kunststoff – wir verschönern unseren Pausenhof.“ So hieß das Projekt, das im vergangen Herbst an der Gutenberg-Schule gestartet wurde. Die Idee dazu kam von Schulleiter Günter Hohenberger. Bei Schülern und Lehrern stieß er damit auf offene Ohren und fleißige Hände. „Es wurde daraus ein klassen- und fächerübergreifendes Projekt“, erklärte Lehrerin Sigrid Brinke.
Mädchen und Jungen aus den Klassen sechs bis neun machten sich in den Fächern Kunst und Gewerblich Technischer Bereich sowie in der Arbeitsgemeinschaft Gestalten ans Werk. Neben Sigrid Brinke wirkten von den Lehrern noch maßgeblich Eva Graf, Gerhard Körber und Sven Ruckdeschel bei dieser Aktion mit.
Um erst einmal mit dem Werkstoff „Kunststoff“ vertraut zu werden, fertigten die Schüler mit Messer und Säge zunächst Mini-Modelle an. Später wurden die Entwürfe größer. Zu beachten galt dabei stets folgendes: Quader, Prismen oder Pyramiden werden durch Abschneiden und Heraussägen in ihrer Form verändert.
Die abgetrennten Teile werden an anderer Stelle des Objektes angefügt, sodass unter Wahrung des Gesamtvolumens ein proportional-stimmiges, neues Objekt entsteht „Das ist bei allen Entwürfen zu einhundert Prozent der Fall“, erläuterte Rektor Hohenberger der neunköpfigen Jury, der neben Bürgermeister Edgar Pöpel und Professor Eugen Gomringer noch Andrea Schmidt von der Werbeabteilung der REHAU AG und Elterbeiratsvorsitzende Martina Gerspitzer sowie die Schülerinnen Julia Weismantel, Lisa-Maria Matysiak und Mareike Frank und die Lehrerinnen Sigrid Brinke und Eva Graf angehörten.
„Wir wollen, dass sich die Betrachter mit den Objekten auseinander setzen und darüber nachdenken“, so beschrieben die Schülerinnen Franziska Bauer, Jennifer Eholzer und Sandra Engel ihre Intention mit den Kunst-Stücken aus Kunststoff. Ferner sagten sie, dass die Farbgestaltung dem Betrachter helfen soll, um zu erkennen, wo die Teilkörper ursprünglich hingehörten.
Bis die Modelle bunt waren, verging einige Zeit. Erst einmal wurden die größeren Plastiken, die nun der Jury vorgestellt wurden, hergestellt. Nachdem die Schüler der neunten Klassen zusammen mit Lehrer Gerhard Körber die Plastiken im Fach Gewerblich-Technischer Bereich „verputzen“, nahmen sich vornehmlich Mädchen und Jungen der achten Klasse der farblichen Gestaltung an. Wertvolle Tipps holten sie sich dabei bei Professor Eugen Gomringer im Kunsthaus.
Bevor die Jury zur Auswahl trat, ging Schulleiter Günther Hohenberger noch einmal auf das eigentliche Anliegen bei diesem Projekt ein. „Pädagogisch ausgerichtetes Schulleben bedeutet auch gemeinsam an einer ästhetisch orientierten Gestaltung des Lebensraumes Schule mitzuwirken“, sagte der Rektor. Dies sei bereits durch die Entwürfe geschehen und werde dann durch die Umsetzung von Schülerarbeitsgruppen und Lehrkräften fortgesetzt. Und weiter: “Rehau als die Stadt der Kunst und des Kunststoffes ist uns Verpflichtung, sowohl hinsichtlich der Auswahl des Materials als auch bei der ästhetischen Aufgabe.“
Die Zeit für ein Kunstprojekt aus Kunststoff sei in Rehau reif gewesen meinte der Bürgermeister Edgar Pöpel. Er freute sich, dass einmal mehr Kunst in die Stadt komme. Er dankte dann Schülern und Lehrkräften dafür, dass sie sich dafür engagieren, um den Pausenhof zu gestalten, zu schmücken und schließlich der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „ Ich bin mir sicher, dass wir bei der Auswahl der Objekte eine gute Entscheidung treffen werden.“
Und diese fiel dann ziemlich eindeutig aus. Die meisten Steine – jedes Jurymitglied durfte zwei Steinchen vergeben – bekam zum einen ein Modell, das mehr in die Breite geht, zum anderen eine Plastik, die in die Höhe ragt. „Ich kann mir schon jetzt gut vorstellen, wie diese beiden Objekte miteinander korrespondieren“, freut sich Hohenberger über die getroffene Auswahl. Die eine Plastik wird etwa 1,90 Meter groß werden, die andere 2,40 Meter. „Aber vielleicht gehen wir da ja noch bis zu drei Meter“, sagte Hohenberger.
Bevor die Sieger-Plastiken im Pausenhof im Rasenbereich auf extra verlegtem Granitpflaster aufgestellt werden, will man erst noch einmal genau testen, wie und wo die Skulpturen am besten wirken. Professor Eugen Gomringer machte mehrfach darauf aufmerksam, dass der Blickwinkel die Proportionen und der Standort bei Skulpturen von großer Bedeutung seien.
Alle waren sich am Ende aber darüber einig, dass die beiden Objekte eine Bereicherung für den Pausenhof sein werden. „Wir können stolz auf unsere Schule sein“, sagte abschließend Rektor Hohenberger. Beeindruckt war auch Bürgermeister Pöpel, der spontan erklärte, dass die Stadt die Materialkosten, die etwa bei 500 Euro liegen, übernehmen werde. Darüber hinaus will man beim Aufstellen behilflich sein.

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